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Ungewöhnliches zum Thema Altpapier

Wenn er bloß gewusst hätte, wie teuer Altpapier wirklich werden kann. Dann hätte der Angeklagte und jetzt Verurteilte wohl sicher anders gehandelt.

Sie haben ja sicher schon gelesen, dass auch Abfall einen Besitzer hat. Bekannt geworden ist dieser Umstand zum Beispiel durch Aktivisten, die sich an den Mülltonnen von Supermärkten vergriffen hatten.

In verschiedenen Fällen hatte es Anzeigen wegen Diebstahls gegeben. Man hatte versucht, noch gut genießbare Früchte und Gemüse einzusammeln und an die Tafeln weiterzugeben. In unserem Fall ging es dann allerdings um andere Beträge.

Einer der teuersten gehandelten deutschen Künstler hatte nach der Fertigstellung von einigen Zeichnungen befunden, dass diese völlig missglückt waren. Er hatte sie in einen Ordner aus Pappe gesteckt und diesen gut verklebt in den Papiermüll gegeben. Die Zeichnungen trugen daher keine Signatur. Der “Finder” hatte sie jedoch unter nicht ganz geklärten Umständen aus dem Papiermüll gesichert und sie einem Auktionshaus angeboten. Dieses hätte sie zwar gerne angenommen, aber hinterfragte die Echtheit im Archiv des Künstlers. Der Leiter des Archivs in Dresden erkannte sofort die Kunst des Malers Gerhard Richter, aber fragte doch sicherheitshalber lieber beim Finder nach. Dessen Schutzbehauptung, eine mit dem Maler befreundete Person hätte ihm die Bilder geschenkt, überzeugte nicht.

Die eingeschaltete Polizei klärte den Sachverhalt und zeigte den Finder an. Immerhin wurde vor Gericht der Wert der vier postkartengroßen Skizzen auf etwa 60.000 Euro geschätzt. Alle weiteren Ausreden des Finders nutzten nichts. Er wurde wegen Diebstahls zu einer Geldstrafe von über 3.000 Euro verurteilt. Mit 60.000 Euro dürfte dieser Ordner aber ab heute den Rekord für den Preis von Altpapier in dieser Menge halten.