Aktuelle
Stellengesuche
Jetzt ansehen...

Hartholz aus Plastik

In vielen Landkreisen in Bayern ist sie schon Realität – die gelbe Tonne, in der alle Kunststoffabfälle gesammelt werden.

Anderswo wird der Kunststoff auf den Wertstoffhöfen in gelben Säcken angefahren, oder die Anwohner nehmen die Trennung der verschiedenen Arten sogar selbst vor. Denn das ist das eigentliche Problem mit dem Kunststoffabfall.

Ein Recycling ist möglich und sogar in hoher Qualität. Aber das klappt halt nur, wenn die Abfälle einigermaßen sauber und sortenrein zur Verfügung stehen. Diese Sortierung aber ist sehr personalaufwendig und damit teuer. Bestenfalls die Hälfte der Kunststoffe wird so wiederverwertet, der Rest wandert in den Hochofen. Dieses Problem hat eine Firma im Hunsrück gelöst. Hier am Flughafen Hahn werden jeden Tag 170 Tonnen Kunstholz hergestellt, das sogenannte Hanit.

Mit diesem neuen Produkt können 85% der Inhalte der gelben Tonnen verarbeitet werden. 60.000 Tonnen davon werden jährlich verkauft und zum großen Teil exportiert. Das Kunstholz so dicht und schwer wie das beste Tropenholz, es ist ungiftig und darf sogar auf Kinderspielplätzen verbaut werden. Die Niederländer kaufen es gern für ihre gewaltigen Kanalanlagen, denn das Kunstholz schimmelt nicht und ist viel wasserbeständiger als echtes Holz.

Das Kunstholz schont damit die Wälder und spart pro Kilogramm zwei bis drei Kilogramm Öl, wenn es anstelle von Kunststoff eingesetzt wird. Die Firma gibt 20 Jahre Garantie. Man rechnet mit bis zu 50 Jahren Haltbarkeit. Allerdings kostet das Kunstholz auch einiges mehr als das gängige Holz aus dem Baumarkt. Dafür lässt es sich in jeder Form herstellen, selbst als Kabelkanal für die neue U-Bahn in Riad.