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Die wachsende und massive Rolle des Altpapiers auf der Welt

Für Deutschland und Europa haben wir Ihnen die steigenden Zahlen im Recycling von Altpapier ja schon häufiger vorgelegt. Es ist immer erstaunlich, wie viel wertvolle Rohstoffe eingespart werden und wie viel Umweltverschmutzung durch die Wiederverwertung verhindert werden kann. Doch jetzt hat es erstmals weltweite Zahlen gegeben. Der Weltverband für Recycling nennt sich Bureau of International Recycling und wird als BIR abgekürzt.

In diesem Verband sind sehr viele der weltweit eingesetzten Industrieunternehmen im Recycling organisiert und natürlich bestehen auch enge Verbindungen zu den nationalen und europäischen Verbänden wie dem EuRIC. Nachdem alle erreichbaren Daten zusammengetragen worden sind, haben sich die Fachleute mit ihrer gesamten Expertise und ihren Rechnern an die Arbeit gemacht. Teilweise konnten die Ergebnisse berechnet, teilweise mussten sie geschätzt werden.

Dennoch sollen die Daten recht verlässlich sein. So wurden also im Jahr 2018 ca. 420 Millionen Tonnen Papier und Kartonage produziert. Etwas mehr als die Hälfte davon, also 211 Millionen Tonnen, wurden aus Altpapier bzw. aus Altpapierfasern gewonnen. Davon entfielen rund 85% auf Verpackungsmaterial, 5% auf Zeitungspapier und den Rest teilten sich das Drucker- und das Schreibpapier mit den Tissue-Produkten.

Interessant ist bei diesen Zahlen auch noch die Verteilung der Produktionsstandorte. Fast die Hälfte wird nämlich in Asien produziert, über ein Viertel in Europa und nur rund 20% in Nordamerika. Bekanntlich hat China ja neue strenge Importauflagen für Altpapier eingeführt, die die Einfuhr des Altpapiers nach Asien um knapp 40% gedrückt haben.

China scheint es also in der typischen Geschwindigkeit geschafft zu haben, in wenigen Jahren im ganzen riesigen Land eine Altpapier-Sammelkette in Gang gesetzt zu haben, die die schnell gewachsene Recyclingindustrie ausreichend beliefern kann. Damit haben die Chinesen in wenigen Jahren das erreicht, was für einige Nachzügler in Europa noch in weiter Ferne liegt.

Der Raubbau an der Natur und die Verschwendung von Energie und Wasser ist schon beachtlich abgebremst worden. Bedenkt man dazu die unglaublichen Aufforstungsprogramme, an denen sich z.B. alle chinesischen Schüler “freiwillig” beteiligen, sind die Fortschritte zumindest für die Umwelt klar erkennbar.